Am Montagvormittag durfte die Realschule Rheinmünster einen besonderen Gast begrüßen: Martin Schwark, Peru-Referent der Vinzentinerinnen Hildesheim, nahm die Schülerinnen und Schüler der Klassenstufen 5 und 6 mit auf eine virtuelle Reise nach Peru. Ziel der Reise war das Colegio Fe Y Alegría No. 37, die Partnerschule der Realschule Rheinmünster im Stadtteil San Juan de Lurigancho in Lima.
Anhand zahlreicher Fotos und Eindrücke seiner erst kürzlich beendeten Reise vermittelte Martin Schwark den Kindern ein anschauliches Bild vom Alltag der Menschen in einem der ärmsten Stadtviertel der peruanischen Hauptstadt. Besonders die Bilder des Schulhofes, der durch Gebäudeteile und Mauern mit Stacheldraht geschützt ist, sorgten bei den Zuhörern für großes Erstaunen.
Eindrucksvoll berichtete Schwark von den schwierigen Lebensumständen der Bewohner. Vor allem die ständige Wasserknappheit stelle die Menschen vor große Herausforderungen. Nur wohlhabendere Familien könnten sich Wassertanks auf den Dächern ihrer Häuser leisten, die regelmäßig von Tanklastwagen befüllt würden.
Dabei gelang es Martin Schwark hervorragend, die Schülerinnen und Schüler an ihrem Wissensstand abzuholen und bereits vorhandenes Wissen zu aktivieren. Gemeinsam wurden geografische Besonderheiten Perus, die umgekehrten Jahreszeiten auf der Südhalbkugel sowie typische Nahrungsmittel des Landes thematisiert.
Auch der Schulalltag an der Partnerschule stieß auf großes Interesse. So erklärte Schwark, dass sich Grundschule und Sekundarschule dort die Klassenräume teilen. Während die jüngeren Kinder vormittags Unterricht hätten, beginne der Unterricht für die älteren Schülerinnen und Schüler erst um 14 Uhr. Auf diese Weise könne das Schulgebäude optimal genutzt werden. Insgesamt besuchen rund 1.500 Kinder und Jugendliche die Schule, die zudem vier Förderklassen für Schülerinnen und Schüler mit körperlichen oder geistigen Einschränkungen beherbergt.
Für ungläubiges Raunen sorgte schließlich die Information, dass die Schülerinnen und Schüler auch samstags zur Schule kommen. Da es im Umfeld der Schule weder Bibliotheken noch Sportstätten gäbe, biete die Schule an diesem Tag zahlreiche Arbeitsgemeinschaften wie Kochen, Englisch, sportliche Aktivitäten sowie die Partnerschafts-AG mit der Realschule Rheinmünster an.
Deutlich wurde bei Schwarks Vortrag auch die Bedeutung der langjährigen Partnerschaft zwischen den beiden Schulen: Der Englischunterricht sowie die Unterhaltung eines Wasserspenders an der Partnerschule seien nur durch die Unterstützung der Realschule Rheinmünster möglich. Finanziert werde dies durch Spenden aus den Erlösen des jährlichen Peru-Tages.
Zum Abschluss warb Martin Schwark bei den Schülerinnen und Schülern dafür, sich selbst aktiv in die Schulpartnerschaft einzubringen und sich beispielsweise in der von Susanne Müller geleiteten Peru-AG zu engagieren.
Text / Fotos: Katharina Ziegler, RS Rheinmünster