Beim diesjährigen Peru-Tag feierte die Schulgemeinschaft der Schwarzacher Realschule nicht nur ein buntes Fest, sondern zugleich das fast zehnjährige Bestehen ihrer Schulpartnerschaft mit dem Colegio Fe y Alegría No. 37 in San Juan de Lurigancho, einem der ärmsten Stadtteile der peruanischen Hauptstadt Lima.

Begrüßt wurden die Besucher in der zur gemütlichen Cafeteria umgestalteten Aula durch die Klassen 5a und 5c mit Nenas „99 Luftballons“. Mit seiner Botschaft für Frieden und Verständigung setzte der Beitrag der Schülerinnen und Schüler einen passenden Akzent für den Peru-Tag, der ganz im Zeichen von internationaler Zusammenarbeit und gegenseitiger Solidarität stand.

Wie in den letzten Jahren bereits gingen dem Peru-Tag Projekttage voraus. An diesen drei Tagen waren Stundenpläne und Klassenverbände aufgehoben und die Kinder und Jugendlichen konnten sich je nach Interessen in fünfzehn verschiedenen Projekten aktiv und handlungsorientiert mit Themen auseinandersetzen, die im normalen Schulbetrieb zu wenig oder auch gar keinen Platz finden.

Das Angebot war vielfältig und reichte von sportlichen Aktivitäten wie Rückschlagspielen, Trendsportarten und Klettern bis hin zu kreativen und handwerklichen Projekten wie Upcycling, und Acrylmalerei, wo das bekannteste Nutztier der Anden-Republik Peru, das Lama, gemalt wurde. Auch naturwissenschaftliche Themen waren vertreten, beispielsweise bei den Projekten Den Bienen auf der SpurDer Natur auf der Spur oder dem Mikroskopischen Praktikum. Technikbegeisterte Schülerinnen und Schüler konnten sich bei Robotik in Aktion ausprobieren. Ganz neu in diesem Jahr waren die Projekte Töpfern und English Acting: „Ich fand es lustig und inspirierend, einmal in eine andere Rolle schlüpfen zu können – und so viel auf Englisch zu sprechen“, berichtet Fünftklässlerin Laura über ihre Erfahrung im Schauspiel-Projekt. Ein eigenes Bild vom schauspielerischen Talent der jungen Darsteller konnten sich die Besucher dann am Peru-Tag machen, wo unter anderem der bekannte TV-Sketch Dinner for One aufgeführt wurde und viel Applaus erntete. Beim Stand der Projektgruppe Food-Factory konnte man selbstgemachte Cookie-Backmischungen und Granolas erwerben. Für große Begeisterung sorgten die ebenfalls erstmals angebotenen Projekte Tauchen und Escape Room. Letztes konnte so viele Anmeldungen verzeichnen, dass es gleich zweimal angeboten wurde. „Es hat viel Spaß gemacht, sich in Kleingruppen

Rätsel auszudenken und die Deko für den Raum zu entwerfen“, erzählt Alisa, die zusammen mit anderen den dschungelhaft gestalteten Escape-Room „Der Schatz der Inkas“ entwickelt hat. Auch der zweite Escape-Room mit dem Titel „Entkomme den Lehrern“ weckte die Freude am Knobeln bei vielen Besuchern und war immer gut besucht.

Feste Programmpunkte am Peru-Tag waren die Auftritte der beiden Bläserklassen 5b und 6b sowie des Schulorchesters. In der Sporthalle gab es zahlreiche sportliche Mitmach-Angebote und auch der Schulhof wartete mit einigen Attraktionen auf: Wieder mit dabei waren die Alpacas von KinzigtAlpaca aus Berghaupten, zusätzlich hatte die Projektgruppe Rund ums Alpaca einen Hindernislauf sowie eine interaktive Info-Station im Schulhof aufgebaut. Eine Besonderheit war außerdem in diesem Jahr der Demokratiebus der Konrad-Adenauer-Stiftung, der auf seiner Tour im Schwarzacher Schulhof Halt machte: Hier waren die großen und kleinen Besucher zum Austausch über Demokratie, unsere Werte und aktuelle politische Themen aufgerufen. Zum lockeren Plausch luden auch der Waffel -und Sektstand der SMV und des Förderkreises der Realschule ein.

Schulleitung und Organisationsteam zeigten sich am Ende des Tages zufrieden. „Diese mittlerweile fast zehn Jahre Partnerschaft mit dem Colegio Fe Y Alegía No. 37 sind ein wichtiger Teil unseres Schullebens geworden“, stellt Lehrerin Susanne Müller, die die Peru-AG an der Schule betreut, fest. „Der Peru-Tag zeigt jedes Jahr aufs Neue, wie lebendig und bedeutungsvoll diese Verbindung ist.“ Schulleiter Rolf Schemel resümierte: „Wir sind stolz, gemeinsam mit Kollegium, Schülern und der Elternschaft jedes Jahr einen so besonderen Tag auf die Beine stellen zu können“.

Der Erlös des Tages kommt wie gewohnt dem Colegio Fe y Alegría No. 37 zugute und unterstützt dort Bildungsprojekte für Kinder und Jugendliche. Damit setzt die Realschule Rheinmünster ein starkes Zeichen für Solidarität und globale Verantwortung – und blickt zugleich motiviert in die Zukunft dieser gelebten Partnerschaft: Am 11. Mai wird Martin Schwark, Leiter des Peru-Referats der Vinzentinerinnen Hildesheim, an die Realschule Rheinmünster kommen und ganz frische Eindrücke von seiner gerade beendeten Reise nach Peru und von seinem Besuch an der Partnerschule mit den Klassenstufen fünf und sechs teilen.

 

Text und Fotos: Katharina Ziegler